DER FUß - EIN MEISTERWERK DER NATUR

Der aufrechte Gang macht den Menschen zu etwas Besonderem unter allen Lebewesen. Das hat allerdings auch einen Nachteil: Unsere Füße sind die am meisten belasteten Körperteile. Das gesamte Körpergewicht muss von nur zwei Füßen getragen werden. Dabei regulieren die Füße auch noch unser Gleichgewicht und tragen den Menschen im Laufe seines Lebens mehrfach um den Erdball.

 

Zum Dank stecken wir unsere Füße in zu enge oder zu hohe Schuhe und schenken ihnen bei der täglichen Körperpflege kaum Beachtung; über 20 Millionen Bundesbürger haben Fußpilz, jeder zweite über 50 klagt über trockene Haut. Zusätzliche werden diese beiden Füße durch Übergewicht stark beansprucht. Weitere nachteilige Indikatoren sind viel Sitzen bzw. der fehlende sportliche Ausgleich. Die Folge sind in der Regel zahlreiche Störungen, die aber nicht nur allein die Füße schädigen.

 

Dabei sind unsere Füße das Fundament des Körpers und ein Meisterwerk der Natur: 26 Knochen (plus zwei Sesambeinchen), 22 Gelenke, 19 Muskel, 107 Sehnen und Bänder sorgen für die Funktionsfähigkeit des am meisten beanspruchten Körperteils.

 

Die häufigste Ursache, warum ein Orthopäde aufgesucht wird, ist durch Fußprobleme bedingt. Obwohl fast alle Menschen mit gesunden Füßen auf die Welt kommen, hat (nach einer Studie) fast jeder zweite im Laufe seines Lebens eine Erkrankung an den Füßen. Zusätzlich hat etwa 1/3 aller Menschen eine Fußfehlstellung; die häufigste ist der Senk-, Spreiz- und Plattfuß.

 

Gönnen Sie Ihren Füßen doch etwas Gutes

 

Damit Ihre Füße die tägliche Schwerstarbeit nicht mit Schwielen, Schrunden, Hühneraugen oder Schmerzen quittieren, tun Sie etwas Gutes für sie. Unzureichende Pflege quittieren Ihre Füße häufig mit trockener oder spröder Haut. Das fühlt sich nicht nur unangenehm an, sondern sieht auch nicht besonders schön aus.

 

In Ihrem Badezimmer stehen bestimmt jede Menge Pflegeprodukte für Gesicht, Hände, Kör­per und Haare. Da sollten ein paar Pflegeprodukte für die Füße nicht fehlen.

 

•  Tragen Sie bequeme und passende Schuhe. Hohe Absätze sind zwar modisch und chic, sind aber auf Dauer Gift für Ihre Füße.

•  Pflegen Sie Ihre Füße täglich. Vor allen Dingen benötigt eine trockene Fußhaut die tägliche Feuchtigkeitspflege und natürlich die regelmäßige

   Fußpflege - am besten bei fachkundigen Händen.

•  Machen Sie doch öfters mal: unten ohne. Gerade im Sommer sollten sie - wenn Sie kein Diabetiker sind - so oft wie möglich barfuß gehen.

   Der Spaziergang über den Sandstrand oder eine Wiese tut Ihren Füßen Gut und regt die Durchblutung an.


PODOLOGIE

Die Podologie ist die nichtärztliche Heilkunde am Fuß und gehört zu den Gesundheits- bzw. zu den Medizinalfachberufen. Sie gilt als hochangesetzte Fußbehandlung im ärztlichen Vor­feld. Die Podologie hat zwar mit pflegerischen Maßnahmen zu tun, ist aber nicht zu ver­wechseln mit der Pflege im Sinne von Kosmetik bzw. Pediküre.

 

Seit dem Jahr 2003 dürfen sich nur noch solche Personen "Medizinischer Fußpfleger / Medizinische Fußpflegerin" nennen, die im Besitz einer staatlichen Erlaubnisurkunde zur Führung der Berufsbezeichnung sind.

 

Leider hat das Gesetz ein paar Unzulänglichkeiten. So ist lediglich die Verwendung der Bezeichnung "Medizinischer Fußpfleger" bzw. "Medizinische Fußpflegerin" geschützt, nicht aber die Leistung medizinische Fußpflege. Somit dürfen zwar alle Nichtpodolog(inn)en sich nur noch Fußpfleger nennen, sie dürfen aber weiterhin die medizinische Fußpflege anbieten. Das schafft leider nicht die für Sie notwendige Transparenz. Deshalb habe ich für Sie den Unterschied zwischen Fußpfleger oder Podologe" noch einmal herausgearbeitet.

 

Nur durch die fundierte Ausbildung ist der Podologe / die Podologin in der Lage, sogenannte Risikopatienten wie Diabetiker, Bluter oder Rheumatiker fachgerecht zu behandeln. Das erworbene Fachwissen trägt mit dazu dabei, frühzeitig Fußerkrankungen zu erkennen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.


FUßPFLEGER ODER PODOLOGE

... oder der Unterschied zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege.

 

Im Allgemeinen wird bei der Tätigkeit als Fußpfleger(in) zwischen der kosmetischen und der medizinischen Fußpflege unterschieden. Der Unterschied liegt in der Ausbildung.

 

Die Fußpflegeausbildung wird seit vielen Jahren in unterschiedlichster Form angeboten. Die Ausbildung schwankt zwischen ein paar Tagen und mehreren Monaten, selbst Fernkurse sind möglich. Am Ende von einer dieser Ausbildung steht ein Zertifikat, mit dem die Bezeichnung „Fußpfleger“ geführt werden darf. Leider ist die Bezeichnung „Fußpfleger“ nicht geschützt. Die damit erworbenen Kenntnisse sind z.B. für die kompetente Behandlung des diabetischen Fußes absolut unzulänglich.

 

Die Bezeichnung „Podologe / Podologin“, „staatlich geprüfter medizinischer Fußpfleger(in)“ hingegen ist geschützt. Diese Berufsbezeichnung garantiert Ihnen, dass an einer staatlich anerkannten Schule die Ausbildung absolviert und mit einem Examen abgeschlossen wurde.

Im Rahmen dieser Ausbildung nimmt der Bereich „Der diabetische Fuß“ einen sehr breiten Raum ein. Daher gehört der Podologe auch zu den Medizinal-Fachberufen.

 

Unterschied zwischen Podologe und Fußpfleger

 

Die konkrete Abgrenzung zwischen dem Fußpfleger und dem Podologen kann vom Leis­tungsangebot am besten gezogen werden.

 

•  Kosmetische Fußpflege ist die Ausübung der pflegerischen und dekorativen Maßnah­men am gesunden Fuß.

•  Medizinische Fußpflege (Podologie) ist die präventive, therapeutische und rehabili­tative Behandlung am gesunden, von Schädigungen

   bedrohten und bereits geschä­digten Fuß.

 

Die kosmetische Fußpflege kann ohne Erlaubnis ausgeübt werden. Die medizinische Fußpflege ist eine heilberufliche (freiberufliche) Tätigkeit und ist erlaubnispflichtig. Seit dem 1. Januar 2002 darf sich nur derjenige medizinische(r) Fußpfleger(in) (Podolog(in)e) nennen, der im Besitz einer Erlaubnis ist oder der eine entsprechende Ausbildung nachweisen kann.


PODOLOGISCHE KOMPLEXBEHANDLUNG

Die Fußpflege für Diabetiker

 

. . . darf zunächst einmal nur von Podologen / Podologinnen durchgeführt werden. Sie kommt zum Beispiel bei Diabetikern mit dem diabetischen Fußsyndrom (DFS) im Stadium "Wagner 0" (das heißt, kein Hautdefekt) zur Anwendung. Der Arzt kann Ihnen das rezeptieren und die Kosten (ohne den Eigenanteil) werden dadurch noch von der Krankenkasse übernommen. Der Zeitaufwand liegt zwischen 40 und 50 Minuten und umfasst sämtliche Leistungen der medizinischen Fußpflege.

 

. . . dauert zwischen 40 und 45 Minuten und umfasst:

 

•  die Anamnese

•  eine intensive Befragung

•  die Prüfung des Vibrationsempfinden mit der Stimmgabel

•  das Warm-/Kaltempfinden mit dem Tip Therm

•  der Test von Sensibilitätsstörungen mit dem Monofilament

•  das Kürzen der Nägel

•  dicke Nägel z. B. bei stark ausgeprägter Mykose (Nagelpilz) auf normale Stärke fräsen

•  die Nagelhaut entfernen

•  den Nagelfalz von Nagelhaut ausreinigen

•  das Glätten der Nagelränder

•  Kontrolle der Zehenzwischenräume

•  starke Verhornungen auf der Fußsohle, am Ballen oder der Ferse entfernen

•  Hühneraugen, Hornhaut und Schwielen entfernen

•  Rhagaden (Risse in der Hornhaut) abschleifen

•  bei eingewachsenen Nägeln den Span entfernen und ggf. austamponieren

•  eincremen der Füße mit einem Fußpflegeschaum entsprechend der jeweiligen Hautbe­schaffenheit

•  eine Fußberatung über Schuhwerk, Strümpfe und Pflege

 

. . . kann vom Arzt mit der Heilmittelverordnung 13 verordnet werden, wenn es sich im Rahmen des diabetischen Fußsyndroms um Schädigungen der Haut und der Zehennägel bei nachgewiesenen Gefühls- und/oder Durchblutungsstörungen der Füße handelt (Angiopathie bzw. Neuropathie).


NAGELPILZBEHANDLUNG

Nagelpilzbefall ist leider sehr weit verbreitet, wird vor fremden Blicken versteckt. Außerdem spricht man auch nicht gerne darüber. Die Behandlung des Nagelpilzbefall erstreckt sich über einen sehr langen Zeitraum (ein bis eineinhalb Jahre) und erfordert ein hohes Maß an Compliance. Damit meint der Mediziner die Behandlungstreue des Patienten und bedeutet, dass die vom Therapeuten vorgegebenen Eigenbehandlungen genau einzuhalten sind.

 

Leider wird in der Werbung für Nagelpilzmittel sehr viel versprochen und vieles stark verein­facht dargestellt. Fakt ist jedoch, dass man sehr viel Geduld mitbringen und konsequent die Therapieanweisungen über den gesamten Behandlungszeitraum einhalten muss. Häufig verlieren sehr viele Patienten die Geduld, weil die ersten kleinen Behandlungserfolge leider erst nach mehreren Monaten sichtbar sind.


ORTHESENTECHNIK

•  Befreiung von Fußbeschwerden

   Es wird eine dauerhafte Druckentlastung durch Formung eines Schutzpolsters gebil­det, welches um die Problemstelle gelegt wird. Veränderte Partien    des Vorfußes werden so im Schuh entlastet.

 

•  Einsatz bei Entzündungen

   Die Orthese dient in diesem Fall als Ausheilungshilfe und befreit von dem entzünd­ungsfördernden Druck (z.B. bei Hühneraugen).

 

•  Korrektur von Zehenfehlstellungen

   Hauptsächlich im Bereich des Vorfußes können Zehenfehlstellungen (z.B. Hammer­zeh) durch den Einsatz einer Orthese korrigiert werden.


NAGELKORREKTUR

Mit der 3TO-Nagelkorrekturspange können sowohl leichte, als auch schwere Fälle einge­wachsener und eingerollter Zehennägel erfolgreich behandelt werden. Auch bei einer Ent­zündung des umliegenden Gewebes kann eine 3TO-Spange gesetzt und somit das natürliche Wachs­tum des eingewachsenen Zehennagels positiv beeinflusst werden. Daher eignet sich diese Methode auch be­sonders für Kinder und Diabetiker.

 

Die 3TO-Nagelkorrekturspange ist keine fertige Spangenlösung. Die Anpassung der Spangenschenkel an den jeweiligen einge­wachsenen Zehennagel erfolgt vollkommen individuell.

 

Versuchen Sie am besten nicht, Vergleiche zu einer Zahnspange herzustellen. Die Wirkungs­weise ist zwar ähnlich, jedoch ist das Einsetzen und auch das spätere Nachsetzen der Nagel­korrekturspange schmerzfrei.

 

Die Tragezeit der Spange richtet sich nach dem Grad der Nagelfehl-stellung. Sie beträgt in der Regel mindestens 3 Monate. Allerdings muss nach ca. 6 Wochen die Spange neu gesetzt werden, da durch das Wachstum des Nagels die Spange sonst nicht mehr an dem richtigen Punkt sitzt. Bei schwereren Nagelfehlstellungen kann es aber auch genauso gut notwendig sein, eine zweite Spange oder sogar eine dritte Spange zu setzen, bevor der Nagel wieder seine richtige Form erreicht hat.

 

Wichtig für Sie ist jedoch bei dieser Behandlungsmethode des eingewachsenen Zehennagels, dass eine Operation vermieden wird. Es entfällt die Krankschreibung und die Behandlung wirst meistens durch die Kassen bezahlt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie sehr schnell schmerzfrei sind.

 

Bildmaterial und Teile der Texte wurden freundlicherweise von 3TO GmbH zur Verfü­gung gestellt.


podofix®

 

Die Aktiv-Klebespange

 

Geeignet für eingewachsene Finger- und Fußnägel

Die podofix Aktiv-Klebespange kann bei nahezu allen Fällen von deformierten, schmerzhaft eingewachsenen und eingerollten Finger- und Fußnägeln angewendet werden. Außerdem empfiehlt sich die Anwendung der podofix-Spange zur Behandlung von eingewachsenen Nägeln, wenn im Nagelfalz Hypergranulation und Hühneraugen vorhanden sind. Auch für die kosmetische Korrektur verformter Nägel eignet sich die podofix Aktiv-Klebespange.

 

Als vorbereitende Behandlung für eine Anwendung der 3TO-Spange oder anderer Draht­spangen kann zunächst eine podofix-Spange gesetzt werden, wenn der Nagelfalz für das Einhängen der Drahthäkchen noch zu eng ist. Auch im Anschluss an die Behandlung mit Drahtspangen bietet die podofix Aktiv-Klebespange eine einfache und effiziente Möglichkeit, den Nagel in seinem korrigierten Wachstum zu unterstützen und ein erneutes Einwachsen zu verhindern.

  

Entsprechend der Geschwindigkeit des Nagelwachstums verbleibt die podofix Aktiv-Klebe­spange für einen Zeitraum von 2 Wochen bis ca. 2 Monaten auf dem Nagel und wird dann so lange ersetzt, bis sich der gewünschte Therapieerfolg eingestellt hat.

 

Bildmaterial und Teile der Texte wurden freundlicherweise von 3TO GmbH zur Verfü­gung gestellt.


COMBIped®

 

Die intelligente Draht-Klebe-Spange

 

Die COMBIped-Spange kann bei deformierten, schmerzhaft eingewachsenen und eingeroll­ten Nägeln angewendet werden. Sie bietet die Möglichkeit, eine Drahtspange anzuwenden, auch wenn nur eine Seite des Nagelrandes zugänglich ist.

Die neue COMBIped Draht-Klebe-Spange wurde auf Basis der Erfolgsfaktoren der original 3TO-Drahtspange und der podofix Aktiv-Klebespange entwickelt und vereint die Vorzüge der langjährig bewährten Spangentypen.

 

Durch die Rückstellkraft des Federdrahtes wird eine konstant wirkende, sanfte Biegewirkung auf den Nagel ausgeübt. So können auch stark verformte Nägel korrigiert werden. Die auf den Nagel wirkende Kraft kann durch Auswahl der unterschiedlichen Drahtstärken sowie ggf. durch ein leichtes Vorkrümmen des Drahtes optimal auf den Fußnagel abgestimmt werden.

 

Bildmaterial und Teile der Texte wurden freundlicherweise von 3TO GmbH zur Verfü­gung gestellt.


NAGELPROTHETIK

Der künstliche Fußnagel - die optische Aufbesserung

 

Die Nagelprothetik, Fußnagelkorrektur oder auch Fußnagelverschönerung ist für all diejeni­gen, die davon betroffen sind, ein sehr unangenehmes Thema. Gerade Frauen in jüngeren Jahren leiden besonders unter deformierten Fußnägeln. Barfußlaufen, das Tragen eines offe­nen Schuh oder ein Schwimmbad-/Saunabesuch sind absolut unmöglich, weil die Menschen unter dem Anblick des verschandelten Zehennagels leiden. Die Füße werden deshalb nur in geschlossene Schuhe gesteckt und lediglich dem Partner erlaubt man den Anblick. Was ist der Anlass?

 

Die häufigsten Gründe für einen deformierten (oder schief wachsenden) Nagel sind:

 

•  ein deformierter Fußnagel seit Geburt

•  ein durch den Chirurgen gezogener Fußnagel, weil der Nagel sehr stark eingewach­sen war (Nagelextraktion)

•  die Emmert-Plastik-Behandlung durch den Chirurgen

•  eine Traumatisierung (griech. Wunde)

•  extremer Befall durch Nagelpilz

 

Alle Chirurgen sollten an dieser Stelle genau weiterlesen, weil ich in meiner Praxis sehr häu­fig erlebe, dass vor allen Dingen Frauen unter ihrem vom Chirurgen behandelten Fußnagel (meist ist der große Zeh betroffen) leiden. Das Ergebnis des "rumgeschnippsele" (Original­ton einiger meiner Patienten) macht die Menschen sehr unglücklich. Was sie aber noch mehr ärgert ist die Tatsache, dass sie vom Behandler keinerlei Rat oder Empfehlung bekommen, wie sie nach dem Verheilen der Wunde wieder einen optisch schönen Nagel erhalten.

 

Abhilfe bei deformierten Fußnägeln durch "künstliche" Nägel

 

Dabei ist dieses fundamentale Problem (deformierter oder schief wachsender Fußnagel) doch so leicht zu lösen! Mit der Nagelprothetik ist es möglich, Teile des Fußnagels künstlich zu ergänzen. Dabei werden die fehlenden Nagelteile durch elastisches Kunststoffmaterial ersetzt, so dass der Nagel optisch wieder hergestellt ist. Als einzige Einschränkung gilt, dass noch ein kleiner Nagelrest vorhan­den sein muss. Wird der Fußnagel anschließend noch schön lackiert, ist der "Nagelersatz" überhaupt nicht mehr zu erkennen.

 

Diese Maßnahme ist nicht nur eine Sache der Ästhetik, sondern die von diesen Nagelproble­men Betroffenen erhalten damit eine wertvolle psychologische Unterstützung. Barfuß laufen oder offene Schuhe tragen ist wieder möglich, die Lebensqualität wird für diese Menschen enorm gesteigert.

 

In folgenden Fällen kann leider die Nagelprothetik nicht angewandt werden:

 

•  die Wunde am Zeh ist noch nicht vollständig verheilt

•  bei schweren Durchblutungsstörungen

•  bei Diabetes mellitus (Insulinmangel oder verminderte Insulinwirkung) mit Gewebsnekrosen (Tod von Zellen durch Schädigung der Zellstruktur)

•  bei mehrfachen erfolglosen Therapien wegen Nagelpilz


DER NAGEL (UNGUIS)

Der Nagelaufbau

 

Nägel (Finger- und Fußnägel) bestehen aus harten, verhornten Zellen der obersten Haut­schicht (auch Oberhaut oder Epidermis genannt). Ihre wichtigste Funktion ist der Schutz der Oberseite der empfindlichen Spitzen der Finger und Zehen. Die Nägel helfen Ihnen z. B. beim Ergreifen kleiner Gegenstände und unterstützen damit die Feinmotorik. Fehlt der Nagel, dann ist diese Funktionalität erheblich gestört. Sie können sich dann z.B. nicht mehr kratzen wenn es juckt. Weiterhin tragen gesunde und gepflegte Nägel auch zur Ästhetik der Hand oder des Fußes bei.

 

Der Nagelrand bildet den oberen Abschluss des Nagels. Die Nagelplatte ist fest mit dem Fin­ger bzw. der Zehe verwachsen. Umgeben ist die Nagelplatte von den Nagelwällen, am unte­ren Ende von dem Nagelhäutchen. Die Nagelwurzel (Nagelmatrix), aus der der Nagel hervor geht, ist in die Haut eingebettet und damit eigentlich nicht sichtbar. Nur der kleine weiße Halbmond an der Nagelhaut (meist am Daumen gut zu sehen) ist das äußere sichtbare Zei­chen für die Nagelmatrix.

 

Das Nagelwachstum

 

Die Wachstumsgeschwindigkeit des Nagels hängt sehr stark von dem Ausmaß der Neubil­dung von Nagelzellen in der Nagelwurzel ab. Im Durchschnitt wächst ein Nagel pro Woche etwa 0,5 bis 1,2 mm. Beeinflussende Faktoren sind das Lebensalter, die Durchblutung, die Ernährung und physiologische Belastungen.


FUßPILZ (TINEA PEDIS)

Weit verbreitet, dennoch gern verschwiegen

 

Diese Pilzinfektion ist extrem weit verbreitet. Fast jeder 3. Deutsche - also mehr als 25 Milli­onen - ist einmal in seinem Leben von Fußpilz betroffen. Doch leider wird diese unangeneh­me Pilzerkrankung von vielen Betroffenen verschwiegen, weil Fußpilz den Deutschen noch unangenehmer ist als Warzen, Herpes oder Akne. Dadurch steigt die Infektionsgefahr, denn ein barfußlaufender, fußpilzbefallener Mensch verliert bei jedem Schritt Hautschuppen, über die andere Menschen angesteckt werden können. Besonders gefährdet für eine Übertragung sind Sie in Umkleidekabinen, Schwimmbädern, Saunen oder auf Hotelteppichböden. Aber auch zu Hause auf dem eigenen Teppich(-boden) oder im Nass-Bereich ist eine Übertragung möglich.

 

Gefördert wird das Wachstum des Pilzes gerade in den Zehenzwischenräumen. Dort wo so ein wunderbares feuchtwarmes Mikroklima herrscht, fühlt sich der Pilz besonders wohl und gedeiht gut. Besonders häufig tritt der Fußpilz im feucht-warmen Klima zwischen dem 4. und 5. Zeh auf. Es beginnt dann mit Jucken, Brennen, Hautrötungen und Bläschenbildung und kann bis zu Gehproblemen führen. Unbehandelt kann sich der Fußpilz aber auch auf die Zehennägel oder andere Hautregionen ausbreiten. Hat sich der Pilz erst einmal auf den Nagel ausgedehnt, ist die Behandlung sehr langwierig.

 

Schweißfuß - die Vorstufe zum Fußpilz

 

Ein klassisches Männerproblem als Vorstufe zum Fußpilz sind Schweißfüße. Nirgendwo am menschlichen Körper sind so viele Schweißdrüsen wie am Fuß. Erschwerend kommt hinzu, dass Männer - häufiger als Frauen - luftundurchlässige Schuhe bzw. Schuhe mit Gummi­sohlen und Synthetikstrümpfen auch bei warmem Wetter tragen. An heißen Tagen können dann bis zu 250 Milliliter Fußschweiß entstehen. Um sich das mal praktisch vorzustellen: Das ist mehr, als in ein Glas Kölsch oder Düsseldorfer Alt hinein passt!

 

Besonders Diabetiker sind von Fußpilz betroffen. Bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus kommt es fast zwangsläufig zu Durchblutungsstörungen und zur Schädigung des Nervensys­tems. Das wiederum führt zu einer lokal geschwächten Immunabwehr. Betroffene merken dies unter anderem an extremer Hauttrockenheit bis hin zur Ekzembildung und an schlecht verheilenden Wunden und Entzündungen.

 

Was können Sie tun?

 

Es gibt keinen Grund zur Panik. Ist Ihre Haut intakt und sind Ihre Nägel gesund, kommt es selten zur Pilzinfektion. Gefahr besteht jedoch bei kleinen Hautverletzungen, schlechter Durchblutung (kalte Füße) oder feuchter, aufgeweichter Haut.

 

Die Vorbeugemaßnahmen gegen Fußpilz:

 

•  Tägliches Waschen der Füße allein reicht nicht. Noch viel wichtiger ist das sorgfältige Abtrocknen der Füße und besonders der Zehenzwischenräume!

•  Tragen sie in öffentlichen Nassbereichen Badeschuhe, dann hat der Fußpilz fast keine Chance. Sprayen sie nach dem Besuch einer Sauna oder eines

   Schwimmbads die noch feuchten Füße mit einem Desinfektionsspray ab und lassen das Spray kurz ein­trocknen. Danach trocknen sie Ihre Füße wie

   gewohnt gut ab.

•  Tragen Sie atmungsaktive Schuhe aus Leder oder Leinen und wechseln sie diese auch häufig.

•  Ausgeliehene Skischuhe, Schlittschuhe, Inlineskates sind fast ausnahmslos mit Pilzsporen, Bakterien oder Viren befallen. Betupfen Sie nach dem

   Sport und dem Duschen die gefährdeten Stellen einfach mit Teebaumöl.

•  Probieren Sie im Schuhgeschäft niemals barfuß Ihren neuen Schuh - sie wissen nicht, wer diesen Schuh vorher anprobiert hat!

 

Schon passiert?

 

•  Gehen Sie unbedingt zum Arzt!  Nur er kann eine Kultur anlegen und so den genauen Befund stellen.

•  Tragen Sie nur Baumwollstrümpfe, keine luftundurchlässigen oder Socken aus syn­thetischen Fasern.

•  Wechseln sie täglich die Socken/Handtücher und waschen sie diese auf 60°.


FUßWARZE (VERRUCAE)

Bei einer Warze am Fuß bitte nicht selbst "rumwerkeln"

 

Die Entstehung einer Warze ist immer virenbedingt - im Gegensatz zum Hühnerauge. Bei Druckstellen am Fuß - besonders an falsch belasteten Stellen und über Knochenvorsprüngen wird die Warze sehr häufig als Schwiele oder Hühnerauge angesehen. Den Unterschied sieht nur das geschulte Auge.

 

Die Ansteckung mit Warzenviren kann auf recht einfache Weise passieren:

 

•  im Schwimmbad,

•  in der Sauna,

•  in Duschräumen / Umkleidekabinen,

•  in Hotelzimmern,

•  bei der gemeinsamen Nutzung von Hautpflegeprodukten,

•  bei direktem Hautkontakt mit betroffenen Personen.

 

Die kleinste Verletzung der Haut oder der Schleimhäute bzw. feuchte, aufgeweichte Haut ermöglichen das Eindringen der Warzenviren. Haben sie sich erst einmal eingenistet, regen sie die Haut zu stark vermehrtem Wachstum an, bis die Warze entstanden ist. Psychische Belastungen wie z.B. Stress begünstigen die Entstehung von Warzen. Menschen, die häufig kalte, schlecht durchblutete oder feuchte Hände bzw. Füße haben oder Neurodermitiker sind häufiger von Warzen betroffen.

 

Nach der Infektion mit dem Warzenvirus entsteht nach mehreren Wochen - manchmal aber auch erst nach einigen Jahren - an der betroffenen Hautstelle (Finger, Ellenbogen, Knie) eine Hautwucherung mit rauer, schuppiger Oberfläche. Wenn die Fußsohle betroffen ist, wachsen die Warzen durch den Druck auf die Fußsohle nach innen.

 

Die unterschiedlichen Heilmethoden sollten kritisch betrachtet werden. Es gibt keine einheit­lichen Behandlungen für die unterschiedlichen Warzentypen. Da Warzen häufig von selbst abheilen, kann leider nicht gesagt werden, ob die Heilung auf die Therapie zurückgeführt werden kann. Das gilt für alle bekannten Behandlungen aus der alternativen wie auch der Schulmedizin.

 

Was können Sie tun?

 

Konsultieren Sie auf jeden Fall einen Arzt - auch ich würde Sie dorthin schicken wenn ich statt eines Hühnerauge eine Warze erkenne. Bekannt sind ungefähr 70 verschiedene Warzen­formen, die recht unterschiedlich behandelt werden müssen. Allein aus diesem Grund ist der Arztbesuch unerlässlich, weil nur er kann den Warzentyp genau bestimmen.

 

Bitte führen Sie keine Selbstversuche durch. Die private Badezimmer-Chirurgie mit Nadeln, Scheren oder ähnlichen Werkzeuge macht das Ganze nur schlimmer und die Warzen breiten sich noch mehr aus. Es können Narben zurück bleiben.

 

Achten Sie unbedingt auf Hygiene, damit Sie niemand anderen anstecken. Desinfizieren Sie Ihre Schuhe und waschen die Strümpfe und Handtücher unbedingt auf 60°.

 

Die Vorbeugemaßnahmen gegen Fußwarzen:

 

•  Gehen Sie im Schwimmbad, in der Sauna, in den Duschen von Sportanlagen oder im Hotelzimmer niemals barfuß, sondern tragen immer

   Badelatschen.

•  Sorgen Sie für genügend Feuchtigkeit Ihrer Fußhaut, damit sich keine Risse bilden können.

•  Kratzen Sie auf keinen Fall an Warzen herum, da sich die Warze sonst weiter ausbreitet.

•  Verwenden Sie immer nur ihr eigenes Handtuch. Besonders dann, wenn Sie oder ein Familienmitglied mit einer Warze infiziert ist.


HORNHAUT (HYPERKERATOSE), SCHWIELE (CALOSITAS)

Zu der Zeit, als der Mensch noch keine Schuhe trug, war die Hornhaut unter den Füßen lebenswichtig. Zum einen diente die Hornhaut als Schutz vor Verletzungen an den Füßen, zum anderen half sie z. B. den Menschen dabei, bei Gefahr schnell einen Baum erklimmen zu können. Doch nach dem ersten Schutz der Füße (Tierfelle, Palmblätter etc.) gegen äußere "Unbillen" wurde die Hornhaut als störend empfunden und man versuchte, sie zu entfernen. Erste Rezepte dazu sind bereits im Papyrus Ebers 1553-1350 v. Chr. (einer der ältesten Texte aus dem alten Ägypten zu medizinischen Themen) zu finden.

 

Zunächst sollen Sie wissen, dass die Haut - wie eine Zwiebel - aus mehreren Schichten besteht. Das sind (von außen nach innen):

 

•  die Oberhaut (Epidermis)

•  die Lederhaut (Corium)

•  die Unterhaut (Subcutis)

 

Die Oberhaut (Epidermis), in der die Hornhautbildung stattfindet, besteht aus fünf Schichten. Die unteren beiden Schichten bestehen aus lebenden Zellen und sind der Nachschub für die oberen drei Schichten, in denen die Hornhautbildung stattfindet die abgestorbenen Hautzel­len abgestoßen werden. Damit ist unsere Haut fleißiger als die einer Schlange, da sie sich ca. alle 27 Tage häutet.

 

Wie kommt es nun zur Hornhautbildung?

 

Hornhaut entsteht in erster Linie an solchen Stellen, an denen die Haut zu stark beansprucht wird. Dabei muss es sich nicht unbedingt um Druck (z. B. bei falschem Schuhwerk oder langem Stehen) handeln, Reibungen oder eine Verletzung können ebenfalls die Ursache darstellen. Die vermehrte Hornhautbildung stellt jetzt eine reine Schutzmaß­nahme gegen die äußeren Reizungen dar. Leder- und Unterhaut werden stärker durchblutet, um zerstörte Gewebeteile abzutransportieren. Durch die Mehrdurchblutung der unteren Hautzonen kommt es zu einer beschleunigten Zellteilung, damit die größere Hornhaut­schicht zukünftig die betroffene Stelle besser schützt. Und so entsteht eine Schwiele.

 

Die häufigste Form der Hornhautbildung ist die Schwiele oder das Hühnerauge. Schwielen sind lediglich eine oberflächliche Verhornung der Haut und entstehen z.B. durch harte Arbeit an den Händen. An den Füßen entstehen Schwielen durch zu langes Stehen bzw. durch schlecht sitzende oder zu enge Schuhe. Im Gegensatz zum Hühnerauge ist die Schwiele nicht druckempfindlich.

 

Was können Sie tun?

 

Das einfachste, was Sie gegen übermäßige Hornhautbildung an den Füßen tun können, ist der regelmäßige Besuch bei der Fußpflege. Das sollten Ihnen Ihre Füße wert sein. Der regel­mäßige Fußpflegetermin hat auch noch den weiteren Vorteil, dass sich abzeichnende, andere Fußprobleme frühzeitig erkannt und dagegen angegangen werden kann.

 

Zusätzlich können Sie nachfolgende Tipps anwenden:

 

•  Gönnen Sie Ihren Füßen öfters einmal ein Fußbad. Als Badezusatz verwenden Sie am besten ein Produkt mit Urea.

•  Tragen Sie die richtigen Schuhe - die bequem sitzen.

•  Wechseln Sie Ihre Schuhe täglich, damit der Druck nicht immer auf der gleichen Stelle einsetzt.

•  Verwenden Sie bei Fußfehlstellungen Schuheinlagen zur Druckentlastungen.

•  Nach dem Fußbad oder nach dem Duschen können Sie mit einer Feile oder einem Bimsstein vorsichtig überschüssige Hornhaut entfernen.

•  Benutzen Sie nach der täglichen Dusche oder dem Fußbad Fußpflegeprodukte.

 

Verwenden Sie auf keinen Fall die im Handel angebotenen Klingen oder Hornhauthobel. Diese Dinge werden zwar zum Kauf angeboten, Sie können damit aber mehr kaputt als richtig machen. Diese Gerätschaften gehören in fachkundige Hände.


HÜHNERAUGE (CLAVUS)

... meistens ein Hilferuf der Haut

 

Rein vom medizinischen Standpunkt betrachtet ist ein Hühnerauge eine schmerzhafte Horn­schwielenbildung mit zentralem, in die Tiefe gerichtetem Sporn oder Hornkonus und entsteht durch chronischen Druck auf knochennahe Haut. Vereinfacht ausgedrückt kann man aber auch sagen, dass das Hühnerauge ein Hilfeschrei der Haut gegen zu enge (modische) oder schlecht passende Schuhe ist. Allerdings können auch durch Zehenfehlstellungen (Hammer- oder Krallenzeh) oder durch zu starke Belastungen Hühneraugen entstehen.

 

 Je nach Lokalisation, Hautbeschaffenheit, Erscheinungsbild und Dauer des Bestehens der Hühneraugen unterscheidet man in der medizinischen Fußpflege verschiedene Arten von Hühneraugen. Häufig erfordern sie in ihrer Behandlung zusätzliche Maßnahmen (Druck­schutzlösungen).

Zu den klassischen Hühneraugen zählen:

 

•  hartes Hühnerauge (Clavus durus)

•  weiches Hühnerauge (Clavus mollis)

 

Schmerzhafter sind in den meisten Fällen:

 

•  Clavus neurovascularis

•  Clavus neurofibrosus

•  Clavus papillaris

 

Von den allseits bekannten Hausmitteln wie Zwiebelpflaster oder selbst angerührten Tink­turen sehen Sie bitte ab. Auch sollten Sie der Verlockung widerstehen, ein weiches Hühner­auge mit einem Messer oder einer Schere zu beseitigen. Die Verletzungs-oder Infektions­gefahr ist einfach zu groß. Weiterhin rate ich persönlich von Hühneraugenpflaster ab. Diese Pflaster enthalten Salizylsäure deren Zweck es ist, die Haut aufzuweichen weil sie ätzend wirken. Verrutscht dieses Pflaster jedoch, wirkt die Salizylsäure leider auf der gesunden, intakten Haut und ruft weitere Hautschädigungen hervor.

 

Häufig wird das im Vergleich harmlosere Hühnerauge auch schon mal als Warze angesehen. Der Unterschied zwischen einem Hühnerauge und einer Warze ist jedoch nur für das geschulte Auge zu erkennen.

 

Was können Sie tun?

 

Zuerst einmal sollten sie die Ursache suchen. Meistens ist es der Schuh. Nehmen Sie Ihre Schuhe innen und außen genau unter die Lupe. Finden Sie drückende Innen- oder Außen­nähte, trennen Sie sich von dem Schuh - egal wie teuer er war. Und dann begeben sie sich in fachkundige Hände:

zum Podologen.

 

Sollten Ihnen allerdings die aktuellen Modeerscheinungen im Schuhmarkt wichtiger sein als Ihre Fußgesundheit, dann können sie sich den Gang zur medizinischen Fußpflege sparen und plagen sich dann einfach mit dem schmerzenden Hühnerauge rum. Oder Sie beherzigen den einfachen Satz:

Die Schuhe müssen zu den Füßen passen und nicht zum Kopf!

 

Teile der Texte wurden freundlicherweise von Hellmut Ruck GmbH zur Verfü­gung gestellt.


NAGELPILZ (ONYCHOMYKOSE, NAEGELMYKOSE ODER TINEA UNGUIUM)

Nehmen Sie den Nagelpilz nicht auf die leichte Schulter

 

Onychomykose (zusammengesetzt aus Onycho = Nagel und Mykose = durch Pilz hervor­gerufene Krankheit)

 

Nagelpilz ist leider kein kosmetisches Problem sondern eine ansteckende Infektion, die ihre begünstigenden Faktoren in Feuchtigkeit (stärkeres Schwitzen oder mechanischer Druck in zu engen Schuhen, oder Durchblutungsstörungen bei Diabetes) findet. Nagelpilz kommt häufiger an den Fußnägeln vor, weil die Durchblutung der Füße oft schlechter ist und durch schwer luftdurchlässige Strümpfe und/oder Schuhe es vermehrt zum Schwitzen kommt. Anstecken kann man sich mit Nagelpilz an den üblichen verdächtigen Orten: Hotelzimmer, Schwimmbad, Sauna, Dusche, Umkleidekabinen.

 

Was Sie unbedingt tun müssen

 

Konsultieren Sie auf jeden Fall einen Hautarzt oder Dermatologen. Durch das Anlegen einer Pilzkultur wird dieser bestimmen können, ob nur Nagelpilz oder auch Hautpilz vorhanden ist und ggf. die medikamentöse Behandlung festlegen.

 

 

Was können Sie tun?

 

Sie selbst müssen aber auf jeden Fall, egal für welche Behandlungsvariante Sie sich entscheiden, einige Geduld mitbringen, da die Behandlung sehr lang dauert. Glauben Sie nicht den vielversprechenden Werbungen, dass sich Nagelpilz in "nur ein paar Wochen" beseitigen lässt. Ein Fußnagel benötigt nun mal ein bis eineinhalb Jahre, um sich vollkommen zu generieren.

 

Außerdem ist auch Ihre Mitarbeit gefordert:

 

•  Achten Sie unbedingt auf Hygiene, damit Sie niemand anderen anstecken.

•  Desinfizieren Sie regelmäßig Ihre Schuhe, da sich der Nagelpilz auch dort einnisten kann.

•  Waschen die von Ihnen benutzten Strümpfe und Handtücher unbedingt auf 60°.

•  Lassen Sie die befallenen Nägel regelmäßig vom Podologen abtragen.

•  Auch die Badematte vor Ihrer Dusche bzw. Badewanne muss auf 60° gewaschen werden.

•  Sorgen Sie dafür, dass Ihre Füße immer gut durchblutet sein, z.B. mit regelmäßigerFußgymnastik.

•  Tragen Sie bequeme und nicht zu enge Schuhe.

•  Verzichten Sie während der Behandlungszeit möglichst ganz auf Süßigkeiten.


NAGELPLATTENVERDICKUNG (ONYCHAUXIS)

Die Nagelplattenverdickung (Onychauxis) entsteht durch die verstärkte Neubildung (auch Wucherung) der Nagelplatte. Der Nagel kann höckerartig oder auch zerklüftet aussehen. Betroffen sind meistens die Großzehen. Diese Nageldeformierung entsteht sehr häufig im Alterungsprozess und ist bedingt durch eine schlechtere Durchblutung.

 

Was können Sie tun?

 

Leider können Sie recht wenig dagegen unternehmen. Gehen Sie regelmäßig zur Fußpflege, damit der Nagel beigeschliffen wird und damit ein besseres Aussehen hat. Außerdem können Sie mit ein wenig Fußgymnastik für eine bessere Durchblutung sorgen.


SCHRUNDEN (RHAGADEN) / FERSENRISSE

... wenn die Ferse Risse zeigt

 

Schrunden (Rhagaden) sind spaltenförmige Einrisse in der Haut die teilweise so tief sein können, dass die Haut nässt oder sogar blutet. Als Ursache dafür kommt meistens eine starke Ver­hornung (Hyperkeratose) der Haut in Betracht. Erblich bedingte Störungen der Haut bzw. Hautdefekte können ebenso der Auslöser sein.

 

Grundsätzlich wird zwischen trockenen und feuchten Schrunden unterschieden. Daraus kön­nen Sie ableiten, dass sowohl eine zu trockene als auch eine zu feuchte Haut für Schrunden anfällig sein kann.

 

Feuchte Schrunden

 

Die feuchte Schrunde kann fast als Berufskrankheit für bestimmte Berufsgruppen angese­hen werden. Anlässe können sein:

 

•  Arbeiten in feuchtem/warmen Klima (Sauna, Badeanstalt).

•  Sehr starkes Schwitzen der Füße (Hyperhidrosis).

•  Häufiges Tragen von geschlossenen Schuhen aus luftundurchlässigem Material (z.B. Gummistiefel).

•  Eine Addition der drei vorgenannten Gründe.

 

Feuchte Schrunden treten meistens zwischen den Zehen (Zehenzwischenraum) und an der Fußsohle im Bereich des Zehengrundgelenks auf.

 

Trockene Schrunden

 

Die trockene Schrunde ist meisten die Folge von einer starken Verhornung der Haut, einer verminderten Talgproduktion oder einer eingeschränkten Schweißbildung. Gesunde Haut ist glatt, elastisch und reißfest. Durchblutungs- oder Ernährungsstörungen der Haut führen zu einem verminderten Schutzfilm. Flüssigkeitsverlust wird dadurch begünstigt und die Reiß­festigkeit der Haut wird reduziert. Es kommt zu Rissbildungen, die dann durch die ständige Belastung der Füße immer tiefer werden bis es blutet.

 

Trockene Schrunden sind meistens an der Fußsohle und der Ferse anzutreffen.

 

Was können Sie tun?

 

Ich empfehle Ihnen, die übermäßige Verhornung (Hyperkeratosen) durch einen Fußexperten entfernen zu lassen. Nur der Fußexperte wird die Rhagaden fachgerecht behandeln und Ihnen auch die hauttypgerechten Pflegeprodukte empfehlen, mit denen Sie Ihre Füße regelmäßig behandlen.

 

Bitte widerstehen Sie der Versuchung, mit Werkzeugen, die der Handel anbietet (z.B. Hornhauthobel), Ihre Füße/Fußsohlen im Selbsthilfeverfahren zu behandeln. Die Schäden an der Fußhaut, die Sie dabei möglicherweise anrichten, wird vermutlich nur noch der Hautarzt beseitigen können.

 

Teile der Texte wurden freundlicherweise von Hellmut Ruck GmbH zur Verfü­gung gestellt.

 


SCHWEIßFUß (HYPERHIDROSIS PEDIS)

Wenn der Begriff "Volkskrankheit Nr. 1" nicht so abgegriffen wäre, würde ich gerne dieses Attribut für den Schweißfuß verwenden. Für den Fußschweißträger selbst ist das ganze meist kein Problem. Aber für die Familienmitglieder oder "nur" den Partner kann der üble Geruch, wenn Schuhe und Strümpfe ausgezogen werden, schon zur Qual werden.

 

Sportschuhe oder Gummistiefel sind dann gerne die vorgeschobenen Argumente des Verur­sachers, damit er eine Entschuldigung für das Muffeln oder die "Stinkefüße" hat. Wobei er an dieser Stelle nicht ganz Unrecht hat, fördert doch das dort herrschende feucht warme Klima Ekzeme oder Fußpilz. Aber die Kombination aus diesen beiden bilden dann die fauligen oder schwefeligen Gerüche.

 

Die im Handel angebotenen diversen Fußsprays beheben das Problem des Geruchs nur oberflächlich, die Ursache wird dadurch nicht bekämpft. Auch die angebotenen Cremes kleistern mehr oder weniger nur die Problemzonen ein, helfen aber nicht bei deren Beseitigung.

 

Eigene Maßnahmen gegen den Schweißfuß

 

Abhilfe schafft zunächst einmal absolute Fußhygiene, gutes Schuhwerk aus Leder oder Leinen, Naturfaserstrümpfe oder Socken, tägliches Fußwaschen und oder zusätzlich "tech­nische" Hilfe bei extrem starkem Schwitzen, die Iontophorese.

 

Weiterhin empfehle ich Ihnen:

 

•  Häufiges Baden der Füße, aber immer ordentlich abtrocknen (vor allen Dingen die Zehenzwischenräume).

•  So oft wie möglich Barfuß laufen.

•  Verwenden Sie geruchshemmende Einlegesohlen.

•  Schuhe nach dem Tragen vollständig austrocknen lassen.

•  Tragen sie nur Baumwollsocken und wechseln Sie diese täglich.

•  Verwenden Sie ein Fußpuder und streuen Sie es auch in die Socken.

 

Behandlungsmethoden gegen den Schweißfuß

 

Sollten diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Ergebnis führen, dann greifen Sie zu folgenden Hilfsmitteln:

 

•  Fußdeodorant

 

Ein Deo bekämpft den Körpergeruch durch keimhemmende Wirkstoffe, denn Schweiß riecht erst, wenn Bakterien ihn an der Luft zersetzen.

 

•  Fußbad

 

Ein regelmäßiges Fußbad, z.B. mit Eichenrinden- und Salbeiextrakt, verringert die Bil­dung von Fußschweiß und stärkt die Schutzbarriere der Fußhaut gegen Keime.

 

•  Schuhdeodorant

 

Ein Schuhdeodorant wirkt gezielt gegen Geruchskeime und sorgt für frischen Duft in Schuhen und Stiefeln.

 

•  Einlegesohle

 

Eine Einlegesohle für den Schuh aus Zedernholz absorbiert den Schweiß und verhin­dert so die Zersetzung (und damit auch die Geruchsbildung) durch die Haut- und Hornhautbakterien.

 

•  Iontophorese

 

Das ist ein Leichtstromwasserbad mit dem 4 bis 5 Mal (für jeweils 15 Minuten) pro Woche sehr gut Hände und Füße behandelt werden können.

 

•  Medikamentöse Behandlung

 

Sollte nur beim Ganzkörperschwitzen angewandt werden. Aber Achtung, es kann zu starken Nebenwirkungen kommen.

 

•  Operation

 

Ist nur in seltenen Fällen angebracht. Einige Kliniken in Deutschland bieten zwar das operative Abkratzen oder Fettabsaugen der Schweißdrüsen unter den Armen an. Die Methode ist jedoch umstritten.